Aktuelles und Berichte von Wettkämpfen des Demminer RV
Ringer von Nordtour zurück
Wie bereits berichtet fuhren sechs Demminer Ringer vom 15. – 25. 07 nach Norwegen. Das Reiseziel war die Gemeinde Tustna, eine Insel im Nordmeer, die auf dem 63 Breitengrad liegt. Mit der Fährüberfahrt von Saßnitz nach Trelleborg begann das Reiseabenteuer. Immer an der schwedischen Küste entlang war das erste Reiseziel Lillehammer in Norwegen. Hier fanden1994 die Olympischen Winterspiele statt und manch deutscher Sportler, u.a. Jens Weißflog im Skispringen, sicherten sich Gold. Hier bestiegen die Ringer zum ersten Mal eine Skischanze, die großen Respekt einflößte. Die Fahrt bis hier zeigte schon das typische norwegische Bild von Bergketten, Seen, Wald und kahlen Felsen. Auf der Weiterreise zum eigentlichen Ziel ging es immer wieder Berg hoch und ließ den Blick auf die Wasserfälle und Fjorde, sowie reißende Bäche frei. Für alle war es erstaunlich, welch Landschaftsbild sich bot.
Aber es sollte während des Aufenthaltes und den Ausflügen noch besser kommen. Nach rund 1350 km war dann das Ziel erreicht und wir wurden vom ehemaligen Demminer Schornsteinfeger Herrn Frehse erwartet. Nach dem Beziehen der Zimmer und einem deftigen Essen, das der Gastgeber schon vorbereitet hatte, wurden wir mit dem Boot zu einer Insel übergesetzt und eine erste Wanderung begann. Sie sollte nur 45 Minuten betragen, aber er wurden fast drei Stunden daraus. Nun ging es wieder mit dem Boot zurück ins Quartier und es wurde noch einmal kräftig zugelangt. Alle warteten nun auf die Dunkelheit um sich auf die Nacht vorzubereiten. Die Erwachsenen und die Kinder warteten vergebens, denn in den Sommermonaten wird es nicht Nacht. Wieder eine Überraschung und neue Erkenntnisse aus der Natur. Ca. 30 km entfernt liegt die nächstgrößte Stadt Kristiansund. Auch hier war eine Fährüberfahrt notwendig, um sie zu erreichen.
Um das Land und die Leute kennen zu lernen, wurden wir zu einer Betriebsbesichtigung eingeladen. Das Gelände war so gewaltig, das wir mit einem betriebseigenen Bus dieses Vorhaben in Angriff nahmen. Der Betrieb „Vestbase“ ist ein Logistik- und Servicecenter für die Erdöl- und Erdgasplattformen die vor Norwegens Küste lagern. Der Betrieb liefert alles was benötigt wird, von der Stecknadel bis zum 20 Tonnen schweren Anker. Von Demminer Seite wurde hier Informationsmaterial über die Hansestadt Demmin übergeben, das interessiert angenommen wurde. Im Anschluss fuhren wir ins Stadtzentrum, um uns im einem Museum über die Entstehung des Erdöls und des Erdgases zu informieren, die Entwicklung der Förderung, die Arbeit der Bohrplattformen und deren Schwierigkeiten sowie die Vermarktung dieser Produkte. Ein Stadtbummel und eine Hafenrundfahrt rundeten diesen Tag ab.
Am Dienstag waren Ausflüge in die nähere Umgebung geplant und ein Fußballspiel durchgeführt. Am Abend wurde dann gegrillt. Trotz schlechtem Wetter, es war kalt und regnerisch, ging es am kommenden Tag mit zwei Booten aufs Wasser – Angeln war angesagt. Voller Spannung, in einer Fjortausfahrt, wurden dann die Ruten ins Wasser geworfen. In einer Tiefe von 80 - 120 m wurde geangelt. Wie vielseitig der Fisch dort auftritt zeigen die geangelten Fischarten. Es konnten Schellfische, Pollak, Köhler, Makrelen und Dorsch an Bord gezogen werden. Durchgefroren aber in guter Laune ging es ins Quartier wo der Fisch sofort filetiert wurde und fürs Abendbrot in der Pfanne landete.
Erneut bei Temperaturen um die 13 Grad und Dauerregen sollte der nächste Tag trotz allem der mit den größten Erlebnissen werde. Über die Atlantikstraße ging es nach mehreren Fährüberfahrten zu der Trollwand und den Trollstigen. Als Trolle bezeichnet man in Norwegen Unholde, Zaubermännchen, kleine Gnome die die Gegend unsicher machen. Die Trollwand ist die höchste Steilwand Europas und ragt ca.1700 Meter über die Talsohle. Ein lotrechter Teil der Wand ist bis zu 1000 Meter hoch. Leider war durch die tiefhängenden Wolken kein komplett freier Blick möglich. Der Weg zu den Trollstigen konnte mit dem Auto bewältigt werden. Mit einer Steigung von 12 % ging es in Haarnadelkurven bis auf 700 Meter. Mitten auf der Strecke überfuhren wir dann einen Wasserfall, der 320 Meter hoch ist. Oben angekommen konnte man auf zwei Plattformen die ganze Straße und das gesamte Tal überblicken. Als wenn es so sein sollte schien für diesen Moment gerade die Sonne. Geschafft und müde ging es wieder zurück, um den nächsten Tag vorzubereiten.
Hier war noch eine Bergwanderung geplant, die zu einem Bergsee führte. Ans Baden war jedoch nicht zu denken, da die Wassertemperaturen zu eisig waren. Abends wurde noch einmal der Grill angeworfen und die Ringer bedankten sich bei den Gastgebern, insbesondere bei Roger und Lothar für die gute Organisation und die ständige Hilfsbereitschaft. Sie waren sehr gute Gastgeber und es sollte nach Möglichkeit nicht die letzte Fahrt nach Norwegen sein. Planmäßig war am Sonnabend dann die Rückreise, die dann ohne weitere Übernachtung am Sonntag um 14.00 Uhr in Demmin beendet war. Für alle Teilnehmer war dies ein besonderes Erlebnis und wird noch lange nachwirken.