Brisbane, Mai 2011
Hallo Ihr Lieben,
Mit
Erstaunen habe ich festgestellt, dass der letzte Brief von mir
Anfang Dezember geschrieben wurde und mittlerweile fast 6 Monate
vergangen sind. Was soll ich sagen, außer: Die Zeit rennt!
Anlässlich unseres einjährigen Jubiläums „Leben in Australien“
also mal neue „News“!
Uns geht es sehr gut und wir haben uns bestens eingelebt. Ein
Ende ist noch nicht in Sicht, was mich sehr freut. Nach all der
Kraft und Energie, die wir in den Aufbau unseres vorübergehenden
Lebens hier in Australien gesteckt haben, wäre ich sehr
glücklich, wenn wir noch ein wenig bleiben könnten. Wie immer,
steht das aber auch hier in den Sternen.
Der aktuelle Vertrag läuft bis Anfang August. Mit 90%iger
Sicherheit können wir ein weiteres halbes Jahr bis Anfang März
2012 bleiben. Danach ist alles offen. Wie so oft! So gern wir
zurückkommen würden, ist mir dieses weitere Jahr Australien sehr
Recht. Da sich das australische Schuljahr anders gliedert,
können die Jungs ein weiteres Schuljaht hier voll machen und
würden nicht mittendrin herausgerissen werden. Sie haben
natürlich auch einige Freundschaften aufgebaut, die sie weiter
festigen können. Die oben
angesprochene Kraft und Energie steckt natürlich in der
Organisation der Kinder. ... und es läuft wirklich gut. Joshua
ist hier im 5. Jahr, Jonathan im 3.Jahr und Tayla besucht seit
Januar (zum Schuljahresbeginn) einen neuen Kindergarten (Her "little
school"), in dem sie ganz speziell auf die australische Schule
vorbereitet wird. Außerdem hat dieser „Kindy“ einen
Aborigine-Background, der eigens dazu eingerichtet wurde
Aborigine-Kinder zu integrieren und anderen Kindern deren Kultur
nahe zu bringen. Für mich eines der Projekte in Australien zur
Förderung aller Kulturen, die man hautnah miterleben kann und
erfolgreich sind, wenn auch nur sehr zögernd und in sehr
geringem Maße. Ansonsten ist mein Eindruck auch weiterhin, dass
die alte australische Kultur im „normalen“ Leben kaum eine Rolle
spielt, abgesehen von diversen Aborigine-Art-Gallerys, die man
in jeder Einkaufsstrasse oder Shoppingcenter findet. Leider ohne
Aborigine, sondern Galleristen, die deren Kultur und Kunst
fördern auf kommerziellem Wege. Vielleicht aber besser als gar
nichts!
Anyway:Tayla liebt ihre „kleine Schule“ und spricht super
englisch mit Aussie-Akzent. Deutsch spricht sie ebenfalls, aber
mit einem sehr merkwürdigem Akzent. Wir müssen aufpassen, dass
sie deutsch nicht ganz verdrängt. Das ist harte Arbeit.
Ab Januar 2012 wäre sie dann ein
Schulkind in der Prep-Stufe der Schule mit richtiger Uniform und
richtigem Schulalltag. Aber das steht noch in den Sternen.
Das Englisch der Jungs ist auch ganz gut, sie müssen aber mehr
dafür tun. Deutsch sprechen sie natürlich weiterhin ohne Akzent.
Die deutsche Rechtschreibung ist ein ganz anderes Problem. Wenn
Jonny deutsch schreibt, braucht man eine Übersetzung, um ihn zu
verstehen. Alle gut gelernten englischen RS- und Gramma-Regeln,
wendet er konsequent in der deutschen Sprache an. Das ist fast
immer
nicht
richtig. Da haben wir noch ordentlich zu tun.
Sie haben sich aber ansonsten super integriert. Im Frühjahrs-
und Sommerterm sind sie regelmäßig zum Schwimmclub gegangen.
Dessen Saison wurde gerade beendet mit einer Championship. Es
gab einen Pokal und mehrere Medaillen.
Sie gehen seit 3 Monaten 2x in der Woche zum Karate. Die beste
Entscheidung, die wir je treffen konnten. Sie lieben es und sind
hoch motiviert. Am 1 Mai nahmen sie an der ersten Gürtelprüfung
teil. Sie haben bestanden und sind jetzt stolze Träger des weiß
schwarzen Gürtels. Super, wir sind sehr stolz und ich hoffe,
dass sie dran bleiben.
Tayla lernt jetzt das Tanzen. Der Kurs ist eine Mischung aus
Ballett, Jazz, Step und Musical. Sehr niedlich!, und sie ist
begeistert. Wir erhalten ganz häufig Showeinlagen mitten im
Wohnzimmer.
Joel arbeitet viel und lang, so dass mir die Organisation des
kompletten Kinder- und Familienprogramms neben der Haus- und
Hofarbeit zufällt. Ein Grund dafür, dass ich noch nicht
ernsthaft nach einem Job gesucht habe. Aber ehrlich: Ich weiß
gar nicht, wann.
Ich habe aber trotzdem meinen CV auf englisch in den letzten
Wochen aktualisiert und den australischen Bedingungen angepasst.
Dabei hatte ich Hilfe von der Principal (Direktorin) der Schule,
in der die Jungs gehen. Julie war sehr hilfreich. Wir haben uns,
wann immer es ihre Zeit erlaubt hat, in einem Cafe oder
Restaurant getroffen und dabei unsere Sprachkenntnisse
ausgetauscht. Denn als Ausgleich habe ich mit ihr deutsch
gesprochen. Da sie vor Jahren in Deutschland gelebt hat, war das
für sie eine gute Gelegenheit, ihre alten Kenntnisse
aufzufrischen. Das war immer sehr nett und ich hoffe, dass wir
diese Treffen weiterführen können.
So werde ich also in den nächsten Wochen mein Glück versuchen
und ein paar Bewerbungen bei verschiedenen Apotheken abgeben.
Bin gespannt, was passiert. Nicht, dass ich wirklich Zeit zum
Arbeiten habe, aber wenn man will, schafft man ja bekanntlich
eine ganze Menge... und ich würde gern noch etwas anderes hier
in Brisbane machen. Zur eigenen Befriedigung, für die eigene
Identität u.s.w....... Ich brauche auf jeden Fall noch eine
andere Beschäftigung, unabhängig von meiner Familie.
Ab und zu helfe ich an der Wynnum West State School aus. Immer,
wenn jemand gebraucht wird... , z.B. im Computer Lab. Es ist
verständlich, dass mehr als 20 Kinder eine Menge Hilfe beim
Einloggen oder Finden der richtigen Webseiten benötigen. Man
kennt diese Probleme ja selbst. Andererseits ist es aber auch
immer wieder erstaunlich, was sie alles schon können und wie fix
einige Web-Probleme von ihnen gelöst werden. Jonny
findet das ganz toll, wenn ich in der Schule erscheine, und
seine Freunde begrüßen mich immer ganz freudig. Bei Joshua sieht
das schon ganz anders aus. Bloß nicht anders sein!!! Vor allem
kein deutsch sprechen. Das geht gar nicht! Da zählt er mich
sofort an. Was mich regelmäßig zum Schmunzeln bringt, da er
selbst oft deutsch spricht!!! Sein bester Freund John Carlo ist
aber immer sehr freundlich und vor allem sehr gern bei uns. Also
werde ich das mal nicht überbewerten.
In den vergangenen Monaten hatten wir sehr viel Besuch,
natürlich meine Familie. Sie alle, und wir selbst auch, waren
sehr gespannt darauf, uns nach dieser langen Zeit wiederzusehen.
Sie haben nebenher ihre eigenen australischen Erlebnisse und
Erfahrungen gesammelt und den Sommer im Winter
genossen.
Anfang machten Dani und Ines, über Weihnachten waren meine
Eltern da, die solche heissen Weihnachten noch nie erlebt
hatten. Ich glaube, das war für sie ein wenig
gewöhnungsbedürftig, aber eben auch eine dieser Erfahrungen, die
man nicht immer machen kann. Die Klinke in die Hand gaben sie
sich dann mit Michael, der den absoluten Abenteuerurlaub erleben
durfte. Nach seiner Ankunft Anfang Januar gab es den nicht
aufhörenden Dauerregen. Dann kam die Flut! Dann die Hitze, mit
vielen Strandbesuchen und einer unfreiwilligen, aber
unvergesslichen Strandung auf der wunderschönen Moreton Island
im Tangalooma Ressort. Ich habe ihn dorthin mit 4 Kindern (meine
und Anastasia) begleitet. Wir haben dort auf einer Bootstour
die Fische in den Schiffswracks gefüttert, sind in die Wüste
gefahren, um dort auf Brettern die Sanddünen hinabzugleiten,
wobei es auch darum ging, mit so wenig Sand wie möglich zu
duschen. Wurde mehr oder weniger erfolgreich absolviert. Es
wurde im Meer und im Pool gebadet und am Abend die wilden
Delfine gefüttert. Für mich eines der schönsten Erlebnisse so
weit in Australien. Es war schon sehr beeindruckend einen in
freier Natur lebenden Delfin auf dich zukommen zu sehen und dann
zu spüren, dass der Fisch in deiner Hand unter Wasser ganz sanft
entfernt wird. Unglaublich! Tayla war nicht wirklich begeistert,
aber wir anderen dafür um so mehr. Eine Nacht dann im Ressort
verbacht, um dann am nächsten Tag bei schönstem Wetter die Fähre
zurück zum Festland zu nehmen. Dabei wurden wir dann noch einmal
von Delfinen begleitet. Ein sehr schöner und faszinierender
Ausflug.
Während Michael`s Aufenthalt in Brisbane ist dann Familie Lewis (Mark, Victoria, Anastasia, die einen Tag vor Weihnachten aus ihren Haus ausziehen mussten und die Zeit bis zur Ausstellung ihrer Visa für Kanada überbrücken mussten) bei uns eingezogen. So war unser Riesenhaus mal richtig voll und die Kinder hatten zusammen eine Menge Spaß. Seit März „geniessen“ sie nun das entgegengesetzte Wetter in Toronto und hoffen auf eine baldige Rückkehr nach Brisbane. Das hoffen wir auch und wünschen Viel Erfolg dabei.
Ein Highlight des Jahres folgte dann mit der Ankunft von Familie Portugal in Australien, die einen ausgedehnten Familienurlaub unternahmen und zur Freude aller auch viel Zeit in Brisbane verbrachten. Die Jungs taten so, als wenn sie sich erst letze Woche gesehen hätten und gaben sich ganz dem WII-Spiel hin. Tayla war erstaunt, dass Noah nun kein Baby mehr war und stellte nach einer Weile fest, dass sie nur weiter kommt, wenn sie mit ihm deutsch spricht. Anke und ich haben eine Nacht ohne Ehemänner und Kinder im Regenwald in den Treehouses of Montville verbracht. Sehr ruhig und idyllisch, man hörte nur „Dschungeltiere“ (Wir hatten aber keine ANGST!!!) und wurden von Yvonne oder Yvette (ich weiß nicht mehr) mit einer Hand-, Fuss- und Gesichtsmassage verwöhnt. Sehr schön und entspannend und äusserst passend zum 40. Geburtstag! So, dann noch eine Woche Noosa und Familie Portugal musste leider nach fast 6 Wochen die Heimreise antreten. Bis zum nächsten Mal!
Wie schon erwähnt, unser Haus ist sehr gross! Seit gestern haben wir neue Gäste. Jamie und Galia sind zurück aus Sydney und bis zum Finden einer eigenen Wohnung in Brisbane bei uns eingezogen. Was nur fair ist, da Joel in seinen ersten 6 Wochen Australien von Jamie aufgenommen wurde und ein Obdach fand!
So, nun noch unsere Oster-Erlebnisse: Auch hier das gleiche Bild! Sofort nach Weihnachten erschienen Osterhasen und Ostereier in allen erdenklichen Farben und Formen ind den Shops. Was dann fehlte. waren die bei uns so beliebten ersten Farbtupfer im Jahr, die Tulpen und Osterglocken. Die hatten keine Saison. Dafür blühten und blühen immer noch genug andere Pflanzen, so dass keine Farbe in der Landschaft fehlt. Dass wird auch im jetzt beginnenden Winter so sein. Es ging damit los, dass Joel bekannt gab, dass er Ostern nicht arbeiten wird!!! Spontan haben wir uns für einen Osterurlaub entschieden, denn wer weiß, wann Joel das nächste Mal nicht arbeiten wird oder muss. Da Ostern so late, fiel das Fest mit einem Feiertag (ANZAC Day = Australia and New Zealand Army Corp) zusammen. Kurzerhand haben die Australier Montag ANZAC gefeiert und den Ostermontag auf Dienstag verlegt. Was dabei rauskam, wa r ein seeeeeehr langes Wochenende. ... und wen wundert es: Es war alles ausgebucht! Ich hatte die „dankbare“ Aufgabe, aus dem sonst im Überfluss angebotenen Unterkunftsmöglichkeiten in Australien noch ein Last Minute Angebot zu finden. Nach endlosen Stunden im Internet, Anfragen, Angeboten und Telefonaten bot sich ein Ressort in Hervey Bay an. Perfekt, da 4h nördlich von Brisbane. Gute Gelegenheit den Brisbane Dunstkreis zu verlassen und mal ein neues Stück Australien zu sehen. So viel anders war es dann nicht: Wasser, Strand und Sonne! Ein Daytrip nach Fraser war wirklich lohnenswert. Die größte natürliche Sandinsel der Welt mit den zu 99% reinrassigen Dingos war sehr beeindruckend. Lake Mackenzie, ein Regenwassersee mitten in der Insel ist bildschön und lädt zum Baden ein. Der Legende nach macht ein Bad in diesem See jemanden um 10 Jahre jünger. .... ... am allerwichtigsten: Es war mal ein richtiger Familienurlaub. Hatten wir so schon lange nicht mehr. Montag ging es zurück über Rainbowbeach und einer Spontanübernachtung in einer Cabin auf einem Campingplatz. Wetter war traumhaft, wir hatten einen tollen Strandtag. Am Dienstag noch ein Stop at Noosa, da Sonne-Wolken-Regen-Mix haben wir uns für das Shoppen auf der Hastings Street entschieden. Nette Abwechslung und wirklich sehenswert für australische Verhältnisse. So, nun wieder zurück und der Alltag hat uns wieder. Kids im Herbstterm now und Joel (wen wundert`s) arbeitet wieder, von morgens um 6 bis abends um 8 Uhr. Wie ihr seht, es hat sich nichts geändert. Daher war unser Osterurlaub um so wichtiger und sehr schön. Wir werden wohl bis Weihnachten davon zehren.
Hallo,
Uns geht es gut. Wir sind sicher. Wynnum ist und wird nicht
gefährdet sein. Alltag und Sommerferien! Außer die Supermärkte
sind teilweise leer gekauft und wir leider nicht dahin fahren
können, wo wir gern hin wollen. Das betrifft aber nur Trips in
den Norden, da dort noch einige wichtige Küstenstraßen teilweise
gesperrt sind. In den Süden kommt man aber ohne Probleme. Die
Goldcoast ist weiterhin im normalen Touristen- und
Urlauberalltag. Ich denke, wir werden Morgen dorthin und einen
Strandtag einlegen. Man muss die regenfreien Tage nutzen und vor
allem meinem Bruder noch etwas anderes als braune Fluten zeigen.
Im Gegensatz dazu hat es City schwer erwischt. Fast alle
Stadtteile am Fluss stehen unter Wasser, besonders tragisch die
komplette CBD mit den Touristenhighlights.
Wir sind heute (sicher) am Kangaroo-Point und in der Nähe von
Southbank gewesen. Es war unglaublich. Alle Fähranleger der
Citycat und Cityferry sind weggespült oder geflutet, kaum ein
Fuß- oder Radweg am Fluss ist noch sichtbar, viele Parks, Spiel-
und BBQ-Plätze unter Wasser. Wenn man, so wie wir an einigen
dieser Plätze vorher schon mal war, ist es unfassbar.
Southbank ist eine riesige Parkanlage mit einem Streetbeach,
Fontänen, Wasserspielen, Spielplätzen u.s.w. : Alles weg! Die
Kinder haben es dort geliebt. Wir sind dort mehrmals mit der
Citycat hingefahren und haben dort mehrere Stunden verbracht.
War immer sehr einfach und unkompliziert und vor allem allen
recht! Wer weiß, wann das wieder in Betrieb geht.
Von den vielen Wohn- und Geschäfthäusern will ich gar nicht
reden. Wahnsinn. Einige Familien werden monatelang in
Notunterkünften leben müssen. Es wird Jahre dauern bis Brisbane
seine Schönheit und seinen Reiz, den es hauptsächlich dem
Brisbane River zu verdanken hat, zurückbekommt.
Aber: Wir sind sicher und viele Gebiete in der Umgebung ebenso.
Gestern waren wir an unserem Strand ( Pandanus). Außer, dass das
Wasser braun war, da die Mündung des Flusses gleich in der Nähe,
in der Moretan Bay, liegt, war alles sehr idyllisch: Sonne,
leichte Brise, warmes Wasser und moddern am Strand.
Das Wasser wird in den nächsten Tagen zurückgehen und die Lage
sich hier vor Ort entspannen.
So, das war mein Kurzbericht. Ich hänge Dir noch ein paar Fotos
von unserem Trip heute an.
Liebe Grüße.
Beatrice.
4 Tage später
Das Schlimmste hat Brisbane hinter sich. Die Fotos entstanden 2
Tage nach Beginn der Überflutungen. Weitere 2 Tage später ist
das Wasser merklich zurückgegangen. Tausende von Freiwilligen
haben mit dem Reinigen und Aufräumen in der City angefangen.
Strassen sind geöffnet, Öffentliche Verkehrsmittel (außer die
Fähren) fahren wieder und die Sonne scheint wieder über dem
Sunshinestate.
Es wird also nicht Jahre, sondern nur ein paar Monate dauern,
bis Brisbane sein altes Gesicht zurück hat. Das Umland und vor
allem die Wirtschaft wird wohl länger zu tun haben, aber hier
ist kein Stress. Queenslander sind ganz ruhig und entspannt.
Wenn dann noch einer mit `nem kalten Bier vorbei kommt, läuft
alles bestens.
Uns geht es auch weiterhin gut. Wir planen gerade die letzte
Ferienwoche ( hauptsächlich Strandbesuche ) und dann hat uns der
australische Alltag wieder.
Liebe Grüße
Beatrice.
Neues von Familie Dean aus Australien
Hallo, Ihr Lieben,
Nach nun schon mehr als 7 Monaten Australien sind wir doch tatsächlich in der Vorweihnachtszeit gelandet. Nicht, dass wir in diese besondere Stimmung zum Ende des Jahres gekommen sind! ..., dass bald Weihnachten ist, wissen wir nur vom Kalender und von der australischen Weihnachtsdeko, die mich immer wieder auf`s Neue zusammenschrecken lässt, wenn ich den Supermarkt oder ein Shoppingcenter betrete. So schrill, kakelbunt und glitzernd und jeden bisher gesehenen Kitsch übertreffend. Unglaublich! Joshua würde sagen „Awesomely awesome!“. Also um an etwas Weihnachtsdeko zu kommen, habe ich angefangen zu basteln. Das bringt einen Hauch von Weihnachtsstimmung, auch ohne Glühwein! Der wäre etwas fehl am Platz. Denn die Temperaturen bewegen sich im Moment so um die 27°C am Tag (nachts 20°C), da hat man lieber ein kühles Bier oder Cider. Einen echten Weihnachtsbaum aufzutreiben, ist auch nicht so einfach, aber machbar. Ich habe von sehr speziellen „Real Christmastree-Plantagen“ gehört, die ich demnächst ausfindig machen werde. Ansonsten gewöhnen wir uns an den Gedanken, ein X-mas-BBQ zu veranstalten und dazu passend eine Palme am Pool mit Kugeln und Sternen zu dekorieren. Bin gespannt, wie es dann mit der Stimmung aussieht. Vermutlich spätestens, wenn die Kinder die Geschenke auspacken, ist alles so wie immer: Strahlende Kinderaugen, Freude, Spaß und auch ein wenig Wehmut.
Wie ihr sicherlich schon bemerkt habt, das Thema Weihnachten ist also ganz groß und spannend!
Trotzdem noch kurz ein paar Wort zu den letzten Monaten. Die Eingewöhnungsphase haben wir wohl überwunden. Alles hat jetzt seine „Ordnung“, heißt: auch hier haben wir einen Alltag und die Tage haben ihre Routine. Schule, KITA, Job, Haus, Sport, all die bekannten Dinge haben wir hier auch. Also ein ganz normales Familienleben. Super, das hatten wir die letzten Jahre überhaupt nicht. Deshalb gefällt es uns wahrscheinlich um so mehr.
Joshua und Jonathan fühlen sich sehr wohl in ihrer neuen Schule. Das „Englisch“ wächst, die ersten Freunde wurden eingeladen und besucht und die Lehrer sind zufrieden. Beide gehen zum Schwimmclub, wobei es darauf ankommt, seine eigene Zeit mit jedem Start zu verbessern und nicht, zu gewinnen. Das bekommt ihnen sehr gut und erspart uns eine Menge Ärger wegen evtl. auftretender Wutanfälle, Tränen oder Schadenfreude. Vorallem Jonny ist ganz begeistert, Joshua ist immer am mosern, aber wenn es los geht, ist es doch ganz interessant. Im Oktober haben sie beide eine After-Birthday-Party mit ihren neuen Freunden gefeiert, die natürlich hauptsächlich im Pool stattfand. Dass es dabei so viel geregnet hat, dass der Pool fast überlief, hat dabei überhaupt nicht gestört. Joel und mich freut es besonders, dass sie ihre ersten Kontakte geknüpft haben und das natürlich dank ihrer sehr verbesserten Englischkenntnisse. Sie sind zwar immer noch ruhig (nur in der Schule), wissen aber sich zu beweisen und durchzusetzen mit englischen Worten.
Ja, und Tayla
is a real Australian girl!!!
Mittlerweile spricht sie
so gut fließend englisch, dass es ihr schwerfällt umzuschalten, wenn sie mal
deutsch sprechen soll, z.B. letzte Woche mit Oma und Opa am Skype-Telefon.
Da Oma und Opa aber flexibel sind, wurde sie trotzdem verstanden. (Ich
glaube, wenn man sie 3 Tage mit jemandem nur Deutschsprechenden zusammenläßt,
würde derjenige mit perfektem Englisch mit australischem Akzent rauskommen.)
Dieser australische Akzent ist wirklich sehr lustig und hat, gemischt mit
dem Yorkshire-english-Anteil eine ganz besondere Note.
Der Besuch im Kindergarten hat also ganze Arbeit geleistet, heißt: Die
Sprachkenntnisse sind explodiert und das wollten wir ja auch. Auch ansonsten
hat sie sich sehr gut eingelebt und geht gern in die KITA. Sie hat auch
schon ihre ersten kleinen Freunde, die sie besucht oder auf dem Spielplatz
trifft. Außerdem hat sie es sich angewöhnt, keine Socken oder Schuhe zu
tragen. Das macht zu viele Umstände und ist viel zu warm. Barfuß (fast)
überall. Nur auf unserem letzten Trip in den Regenwald zu den Wasserfällen
brauchte sie Schuhe, die natürlich nicht dabei waren. Im letzten Laden vor
dem Wald haben wir FlipFlops in ihrer Größe gefunden. Nach anfänglichem
watscheln und stolpern, ist sie jetzt aber fast perfekt darin, wenn
Schuhzwang besteht.
Im nächsten Jahr im Februar wird sie einen neuen Kindergarten besuchen, der
weitaus mehr Vorschulaktivitäten anbietet und außerdem einen
Aborigine-Background hat. Da sie ab dem Jahr 2012 hier in Australien in die
Schule gehen würde und die Integration aller Kulturen ein großes Thema ist,
sehe ich das sehr vorteilhaft.
Eine ganz neue Erfahrung war unser Campingtrip zu Byron Bay. Nachdem wir uns ein 7-Personen-Zelt gekauft und uns diverse Ausrüstungsteile geborgt hatten, ging es an einem Freitag Nachmittag gleich nach der Schule los. Der einstündige Stau auf der Autobahn war etwas nervig, aber alles, was folgte, super. Das Zelt wurde von Freunden aufgebaut und die Hotdogs lagen schon auf dem Grill, das Bier gekühlt auf Eis im ESKY (australischer Ausdruck für Kühlbox). Keine Mücken, Geckos, Spinnen , Schlangen usw., die für Aufregung sorgen konnten. Nur ein paar wilde Wald-Truthähne, die morgens den Zeltplatz „aufgeräumt“ haben. Das wurde schnell bereinigt und nach dem Frühstück ging es zum Strand. Der war riesig breit, weiss und verlassen. Ganz für uns allein, Sonne pur und Super-Wellen. Das hat vorallem die Jungs gefreut, die perfekte Bedingungen für ihre Boogie-Boards hatten, und eine Menge Spaß. Diese Teile begleiten uns jetzt auf jedem Strandbesuch. Nach dem abendlichen beisammensitzen am BBQ und ESKY (kein Feuer), war der Sonntag genauso schön mit Strand und grossen Wellen. Auf dem Nachhauseweg haben wir am Captain Cook-Outlook gehalten, dem östlichsten Punkt von Australien. Nach einem kurzem Spaziergang zum Leuchtturm hatte man einen phantastischen Blick über den Ozean bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel. Finally ist zu sagen, dass das nicht unser letzter Campingausflug war.
Die Arbeit bei Optus ist auch weiterhin sehr herausfordernd für Joel. Manchmal sogar stressig, wie im Moment. Halb England trifft sich derzeit in Brisbane um 5 Tage am wichtigsten Kricket-Ereignis, den „Ashes“, ENG vs. AUS, teilzunehmen. All diese Kricketfans wollen natürlich as dem GABBA-Stadion mobil telefonieren, und das bedarf einiger erweiterter Netze, wofür Joel verantwortlich ist. Da er dabei auch in das Stadion gehen muss, um Tests durchzuführen und dann beim testen das englische Nationalteam trifft, ist das wohl eine gute Entschädigung.
Meine Arbeit beschränkt sich auch weiterhin auf Haus und Haushalt, Kinder und Wochenendplanungen. Ich muss sagen, das meine Zeit damit voll ausgelastet ist, wie lange ich „nur“ damit zufrieden bin, bleibt abzuwarten.
Im Moment genießen wir alle unseren Aufenthalt in Australien und unser tägliches Familienleben. Das ist gut so!!!
Liebe Grüße von Familie Dean!